Trockenfutter für Katzen: Eine bequeme Lösung, aber ungesund!

Trockenfutter scheint für viele Katzenbesitzer eine gute Lösung zu sein. Das Futter kann im Vergleich zum Nassfutter, wesentlich länger im Futternapf liegen bleiben, ohne dass es schlecht wird oder schimmelt. Neben der sauberen Anwendung kaufen die meisten Trockenfutter aufgrund des erstklassigen Preis-Leistungs-Verhältnisses. Das Trockenfutter aber nicht wirklich gesund für die Katze ist, wird dabei ignoriert. Es gibt genau genommen eine lange Liste an Argumenten, die gegen Fütterung der Katze mit industriellen Futtersorten, wie Trockenfutter, sprechen. Insbesondere wenn man sich die Anatomie der Katze und den Stoffwechsel genauer ansieht.

Wie sieht die Hauptnahrungsquelle der Katze aus?

Die Hauptnahrungsquelle einer in natürlicher Umgebung aufwachsenden Katze sind hauptsächlich Mäuse und diese bestehen zu

  • 3,4% pflanzlicher Bestandteile, die sich im Verdauungstrankt der Maus befinden.

  • 11% Rohascheanteil

  • 1,8% andere Bestandteile

  • 23,90% Rohfettgehalt

  • 58,30% Rohprotein

Trockenfutter setzt sich wiederum aus einem großen Teil Kohlenhydrate, jede Menge Fette und Proteine, Rohasche und Rohfasern zusammen. Rohfasern sind zum Beispiel in Mäusen überhaupt nicht vorhanden. Daneben ist Trockenfutter problematisch, weil die Katze aufgrund ihrer Natur viel weniger trinkt als andere Tiere.

Trockenfutter ja oder nein: Bedenken Sie die Natur der Katze

Der Geburtsort der Hauskatze liegt in der Wüste. Hier gibt es nun mal sehr wenig Wasser. Aus diesem Grund sind die Katzen aufgrund ihrer Genetik so konstituiert, dass sie nur dann trinken, wenn sie genau genommen kurz vor dem Verdursten sind. Sie sind so konstituiert, um die sowieso schon knappen Wasserreserven nicht noch mehr zu belasten. Daher versuchen Katzen, ihren Wasserbedarf auch möglichst über ihre Ernährung zu decken. Obwohl die Katze schon vor Jahrtausenden domestiziert wurde, ist dieses Verhalten nach wie vor in der Genetik des Tieres vorhanden. Das bedeutet, dass der Stoffwechsel und der körperliche Aufbau der heutigen Katze mit dem der ersten Hauskatzen völlig identisch sind.

Eine gut ernährte Katze trinkt auch heute noch wenig Wasser. Ist es recht heiß, benötigen sie etwas mehr Flüssigkeit, das war es aber auch. Grundsätzlich bezieht der Vierbeiner die benötigte Flüssigkeit jedoch aus seiner Nahrung. Hier ist genau das Problem, denn im Trockenfutter ist fast überhaupt keine Feuchtigkeit enthalten. Dazu kommt, dass das Futter im Magen-Darm-Trakt der Katze nur dann aufgespaltet werden kann, wenn genügend Flüssigkeit vorhanden ist.

Nicht nur, dass das Trockenfutter wenig Flüssigkeit enthält, es entzieht auch noch dem Organismus der Katze Wasser. Damit der Flüssigkeitsmangel ausgeglichen werden kann, müsste die Katze das Dreifache an Wassermenge aufnehmen. Doch genau, das wird und kann die Katze nicht tun, da sie aufgrund ihrer Genetik überhaupt nicht dazu in der Lage ist. So leidet die Katze unter ständigem Flüssigkeitsmangel.

Der Feuchtigkeitsgehalt von Trockenfutter für die Katze

Im Durchschnitt beträgt der Feuchtigkeitsgehalt von Trockenfutter maximal zehn Prozent. Bei Nassfutter sieht das anders aus. Hier liegt der Feuchtigkeitsgehalt je nach Futtersorte zwischen 65 und achtzig Prozent. Die Feuchtigkeit einer Maus wiederum beträgt aber zwischen 65 und 80%.

Wissenswertes: Willst du den Feuchtigkeitsgehalt des von dir ausgesuchten Trockenfutters erfahren, reicht ein Blick auf die Packung. Du solltest aber wissen, dass der Feuchtigkeitsgehalt auf der Packung nur dann angegeben wird, wenn er über 14% liegt. Steht also nichts auf der Packung des Trockenfutters, ist davon auszugehen, dass der Feuchtigkeitsgehalt unter 14% liegt.

Vergleicht man die Feuchtigkeitsmenge des Trockenfutters mit der genetischen Veranlagung der Katze, muss man kein Wissenschaftler sein, um zu verstehen, dass es sich hierbei um keine artgerechte Fütterung des Vierbeiners handelt. Da die Katze aufgrund ihrer Genetik des ständigen Flüssigkeitsmangels nicht über vermehrtes Trinken ausgleichen kann, steigt die Harnkonzentration. Das Ergebnis davon ist das vermehrte Auftreten von Krankheiten der Niere und der Blase. Es gibt noch weitere Gründe, warum von der Fütterung von Trockenfutter abzuraten ist.

Die Katze kann kein Getreide verdauen – Vermeiden Sie Verdauungsprobleme

Da die Katze vermehrt Mäuse frisst, nimmt sie über deren Magen-Darm-Traktes natürlich auch Getreide auf. Pro Maus sind das bis drei Prozent Getreide. Doch hier wurde das Getreide bereits von den Verdauungsenzymen der Maus aufgespaltet, wodurch die Katze das Getreide auch problemlos verdauen kann. Die Katze selber verfügt aber nicht über die nötige Amylase und könnte alleine das Getreide nicht verdauen.

Frisst eine Maus Getreide, setzt die Verdauung schon im Mund ein. Anschließend geht die Verdauung im Magen weiter und hört im Darm mit der Ausscheidung auf. Der Verdauungsprozess von Getreide beginnt bei der Katze aber erst im Dünndarm. Hierfür verwendet der Organismus Bauchspeicheldrüsenenzyme, die normalerweise für die Aufspaltung tierischer Proteine verwenden werden. Dadurch ist der Organismus der Katze damit beschäftigt Getreide zu verdauen, für die Aufspaltung der tierischen Proteine sind aber keine Enzyme mehr in ausreichender Anzahl vorhanden. Die tierischen Proteine können dadurch leider nur mangelhaft aufgenommen werden.

Wie viel Getreide verträgt die Katze?

Pro Tag kann die Katze zwischen vier und acht Gramm Kohlehydrate verdauen, ohne, dass Sie Probleme mit der Verdauung bekommt oder dass sie unter einem Mangel an tierischen Proteinen leidet. Das heißt, der Anteil von Kohlenhydrate wäre bis zu 35% noch akzeptabel. Ab vierzig Prozent zeigen sich die ersten Verdauungsprobleme der Katze, wie zum Beispiel Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen. Diese scheinbar unwichtigen Anzeichen sollte man auf keinen Fall ignorieren.

Abhängig von der Art der Kohlenhydrate und der pflanzlichen Inhaltsstoffe, kann es zu einer völligen Unverträglichkeit kommen, weil der Stoffwechsel der Katze nicht fähig ist, die pflanzlichen Inhaltsstoffe entsprechend zu verarbeiten. Es wäre zwar möglich durch die Erhitzung des Futters dafür zu sorgen, dass die Katze die pflanzlichen Zusätze verdauen kann, doch durch die Erhitzung würden Mineralstoffe, Fette und andere tierische Proteine ebenfalls zerstört werden. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass die Katze pflanzliche Proteine und Getreide nur dann effektiv verdauen kann, wenn sie die pflanzlichen Bestandteile über ihre Beutetiere aufnimmt.

Trockenfutter: Nährstoffhaltig oder nicht?

Im Trockenfutter sind zwar viele wichtige Nährstoffe auspflanzlichen Quellen enthalten, was auf dem ersten Blick zwar nicht schlecht klingt, doch die Katze kann das nicht verwerten. Dabei spielt es keine Rolle ob Aminosäuren oder Vitamin A in Form von Beta-Carotin, die Katze kann diese Vitamine nur aus tierischen Quellen verwerten. So reicht es völlig aus, wenn Sie Ihrem Tier für die Versorgung mit Vitamin A in regelmäßigen Abständen Rinderleber zu füttern geben.

Des Weiteren ist die Katze auf eine externe Versorgung mit Taurin angewiesen, da Ihr Körper nicht fähig ist, die Beta-Aminoethansulfonsäure selbst zu produzieren. Vergleicht man diverse Trockenfuttersorten, wird man merken, dass nur in wenigen Taurin zugesetzt wurde.

Vitamin B3 gehört ebenfalls zu den für die Katze überlebenswichtigen Vitaminen. Auch hier reicht die Versorgung über Trockenfutter nicht aus, da das in diesem Futter enthaltene Tryptohan aus pflanzlichen Quellen hergestellt wurde und von dem Organismus der Katze nicht verarbeitet werden kann. Hier ist nur eine tierische Futterquelle ein Garant dafür, dass der Vierbeiner ausreichend mit Vitamin B3 versorgt wird. Dieselbe Richtlinie ist bei Vitamin D gültig. Da Vitamin ausschließlich in tierischen Gewebe vorhanden ist, ist eine Mangelernährung der Katze geradezu vorprogrammiert, da Vitamin D kaum bis gar nicht in Trockenfutter enthalten ist. Zwar könnte man dem Futter Vitamin D zusetzen, doch die meisten Vitamin-D-Öle sind aus pflanzlichen Quellen hergestellt, warum es von der Katze nicht verwertet werden könnte.

Es gibt insgesamt elf Aminosäuren, die für die Katze essenziell sind. Diese Aminosäure sind zum Teil im Trockenfutter enthalten, da sie aber aus pflanzlichen Quellen stammen, können die Aminosäuren von dem Tier nicht aufgenommen werden. Hinzukommt das Extrudieren des Trockenfutters. Das heißt, dass das Futter auf extrem hohe Temperaturen erhitzt wird, damit es seine Form bekommt und möglichst lange haltbar ist. Genau hier liegt die Schwierigkeit, da die Aminosäuren durch diese Bearbeitung deutlich an Wertigkeit verlieren und schlechter vom Körper der Katze aufgenommen werden können. Mangelerscheinungen sind regelrecht vorprogrammiert, genauso wie diverse Folgeerkrankungen.

Die Problemstellung wird sogar noch komplexer. Da in den Trockenfuttersorten nur überwiegend pflanzliche Aminosäuren enthalten sind, kommt es zu einer Unterversorgung der Katze. Sobald das Tier aber zu wenig von Tryptophan, Lysin und Methionin bekommt, können auch andere Aminosäuren nicht mehr bzw. nur verringert aufgenommen werden. Auch dann, wenn die entsprechenden Aminosäuren in ausreichender Anzahl vorhanden wären.

Energiemangel und Antriebslosigkeit: die Ursache – pflanzliche Fette

Die Aufnahme von Fetten ist für die Katze äußerst wichtig, da sie darüber ihre Energie gewinnt. Pflanzliche Fette sind hier nicht wirklich förderlich, da sie dem Tier nur wenig Mehrwert bieten. Ein gutes Beispiel hierfür ist die sogenannte Archidonsäure, eine Aminosäure, die hauptsächlich nur in tierischem Gewebe zu finden ist. Die einzige Ausnahme, eine sehr seltene Algenart, die aber für die Herstellung des Trockenfutters nicht verwendet wird.

Auch bei der Gamma-Linolensäure und der Linolsäure, zwei für die Katze essenzielle Fettsäuren, tritt dieses Problem auf. Da das Tier weder über die Enzyme Delta-6-Desaturase oder Delta-5-Desaturase verfügt, kann dessen Organismus die pflanzlichen Säuren nicht in Omega-3 umwandeln. Aus diesem Grund sollte man seiner Katze regelmäßig fettreichen Fisch zum Fressen geben, damit eine ausreichende Versorgung mit Omega-3 gewährleistet ist.

Katzentrockenfutter: Milben und Schimmelpilze sind keine Seltenheit

Ein weiteres Problem des Trockenfutters ist, je länger es offen stehen bleibt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Futter von Schimmel und/oder Milben befallen wird. Besonders, wenn das Futter Feuchtigkeit zieht. Bei diversen Tests wurden sogar Salmonellen in verschiedenen Trockenfuttersorten gefunden. Zwar kommt die Katze mit einem gewissen Maß an Salmonellen klar, doch eine dauerhafte hohe Belastung, kann auch bei ihr für ernstzunehmende Schäden sorgen.

Vorteile des Trockenfutters: Mythos oder Wahrheit?

Über die Jahre hat sich ein gewisser Mythos rund um das Trockenfutter etabliert, um dessen Verfütterung zu begründen. Viele scheinbare Vorteile sind dabei aber reiner Mythos, der aufgrund unterschiedlicher Herstellerwerbung entstanden ist.

  • Viele Katzenbesitzer unterliegen dem Irrglauben, dass das Verfüttern von Trockenfutter kein Problem wäre, da das Tier ja ausreichend trinken würde. Wie bereits am Anfang dieses Artikels erwähnt, ist das nicht der Fall. Die Katze ist praktisch immer kurz vor dem Verdursten. Der Grund hierfür liegt in der Genetik des Vierbeiners. Das Hauptproblem ist jedoch, dass für die Herstellung von Trockenfutter viel Salz verwendet wird. Aufgrund der mangelnden Flüssigkeit steigt der Nitrat-Gehalt im Blut der Katze wodurch die Nieren des Tieres unnötig belastet werden würde. Nierenerkrankungen sind früher oder später vorprogrammiert.

  • Das Füttern von Trockenfutter wird oft auch damit begründet, dass es angeblich gut für die Zähne der Katze wäre. Dem ist nicht der Fall, sobald die Katze das Trockenfutter zerbeißt, werden kleine Krümel daraus, die sich in den Zähnen der Katze festsetzen können. Dadurch kommt es zu Mundgeruch, Zahnstein und/oder Karies. Daneben ist das Gebiss der Katze überhaupt nicht auf ein ordentliches Zerkauen ausgelegt. Backen- und Schneidezähne und starke Reißzähne, evolutionsbedingt ist das Gebiss der Katze ein Werkzeug, um große Fleischstücke zu zerkleinern.

  • Meine Katze ist aber trotz Trockenfutter sehr, sehr alt geworden. Falsch, denn viele gehen heute davon aus, dass eine Katze eine Lebenserwartung von fünfzehn bis zwanzig Jahre hat. Das stimmt nicht, denn eine Katze kann bei korrekter Ernährung bis zu dreißig Jahre alt werden. Sie sehen, durch eine falsche Ernährung des Vierbeiners verkürzt sich dessen Lebenserwartung maßgeblich. Wer sein Tier liebt, sollte daher die Finger von Trockenfutter oder minderwertigem Nassfutter lassen.

  • Meine Katze frisst nur Trockenfutter, ein Irrglaube von dem viele Katzenbesitzer überzeugt sind. Ist die Katze einmal an Trockenfutter gewähnt, wird es schwierig, die Katze wieder auf Rohfleisch bzw. Nassfutter zu gewöhnen. Das liegt aber nicht daran, dass die Katze das Trockenfutter wirklich mag, sondern an den Geschmacksverstärkern und den Aromen, die im Trockenfutter enthalten sind.

  • Ich verfüttere meiner Katze doch getreidefreies Trockenfutter: Viele Katzenbesitzer gehen davon aus, wenn sie ihren Tieren getreidefreies Trockenfutter verfüttern ist alles in bester Ordnung. Nein, ist es nicht, denn diese Art Katzenfutter enthält dennoch pflanzliche Bestandteile (Karotten, Kartoffel, Rübenschnitzel usw.), die von der Katze kaum oder gar nicht verdaut werden können.

  • Gerade berufstätige Katzenbesitzer sind der Meinung, sie tun Ihren Katzen etwas Gutes, wenn im Napf den ganzen Tag Futter zur Verfügung steht. Hierfür greifen sie meist auf Trockenfutter zurück, da das nicht verdirbt, wie frische Essensreste oder Nassfutter. Eine Meinung, die völlig übertrieben ist, denn auch in freier Natur findet die Katze nicht immer sofort ein Beutetier. Einige Stunden ohne Nahrung sind für die Katze kein Problem. Hinzukommt, dass Katzen keine Schlinger wie Hunde sind. Sie fressen das was sie brauchen. Stellen Sie daher Ihrem Tier kurz vor Arbeitsbeginn eine Schüssel mit rohem Fleisch oder Nassfutter hin, damit das Tier etwas zu fressen hat, bis Sie wieder von der Arbeit zu Hause sind.

  • Trockenfutter ist ein gutes Mittel gegen Durchfall. Ja und Nein, denn mit der Gabe von Trockenfutter werden letztendlich nur Symptome bekämpft. Durch die speziellen Charakteristika des Trockenfutters werden dem Körper der Katze derart Flüssigkeit entzogen, dass der Kot von alleine fester wird. Dem Körper steht praktisch nicht genügend Flüssigkeit zur Verfügung, dass diese über dem Darm ausgeschieden werden kann.

  • Trockenfutter hilft gegen Übergewicht, ein weiter Mythos, der aus völlig falschen Gründen entstanden ist. Wird ein Tier mit Trockenfutter ernährt, nimmt die Katze zwar ab, aber nur weil das Trockenfutter deutliche Defizite in der Nährstoffzufuhr aufweist. Es kommt zu Mangelerscheinungen wodurch die Körpereigenen Ressourcen abgebaut wird. Ein unangenehmer Nebeneffekt, die Katze verliert deutlich an Agilität.

 

Gepostet am 21.10.2017 von Ronny Scholz
Tags:

Zurück zur Blog Übersicht

Kommentar schreiben

Artikel nach Themen: